In der Kinderklinik
Heute war ich mit Patrick in der Uniklinik. Anlass war, dass bei der U5 letzte Woche festgestellt wurde, dass der Kopf seit der letzten Untersuchung überproportional stark zum restlichen Körper gewachsen ist. Dies sei laut Arzt zwar nicht ungewöhnlich, könne in seltenen Fällen aber die Ursache haben, dass Hirnflüssigkeit angestaut ist (“Wasserkopf”). In der Uniklinik wurde nun eine Sonografie (Ultraschall) des Kopfes vorgenommen. Da bei den Babys die Fontanelle noch offen ist, kann man an dieser Stelle recht gut ins Gehirn “reinblicken”. Bei Patrick war zum Glück alles in Ordnung. Er hat eben einfach einen großen Kopf. Das hat er mit Pascal gemeinsam. Dessen Kopfumfang ist größer als der seines zwei Jahre älteren Bruders.
Die meiste Zeit verbrachten wir mit Warten. Ich war sehr froh, dass wir nach zwei Stunden die Kinderklinik wieder verlassen konnten. Was man dort während der Warterei sieht, ist sehr belastend. Da werden Kinder im Rollstuhl über den Gang geschoben, die gleich an zwei Tröpfen hängen und eine Glatze haben. Welche schreckliche Krankheit diese Kinder plagt, kann sich jeder denken. Während ich diese Zeilen in den Computer tippe, werden die Bilder vor mir wieder sehr lebendig und ich kämpfe mit den Tränen. Sieht man das Leid dieser Kinder, wird einem sehr bewusst, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass es uns gut geht. Ich bin nun ein wenig niedergeschlagen. Wie muss es aber erst diesen Kindern gehen, die mit der schweren Krankheit im Krankenhaus liegen?
Hallo!
Oh. Man macht sich immer im ersten Moment Sorgen, was mit seinem Kind wohl sein könnte. Da wird einem ganz schlecht. Daher bin ich sehr froh, dass bei Patrick alles in Ordnung ist.
Ich kann es gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst, nach dem, was Du gesehen hast. Wir haben solch einen beschriebenen Fall grad in der Familie und es ist wirklich schwer für sie. Wir haben uns auch schon vorgestellt, wie es Kindern damit ergehen muss. Es ist scheußlich. Ich wünsche Dir, dass Du das baldmöglichst verdrängen kannst. Was hilft das Mit-Leiden bei völlig Fremden… Man kann es nicht ändern.
Kann ich sehr gut nachvollziehen. Diese Schicksale gingen einen ja immer schon recht nahe, aber wenn man dann eigene Kinder hat, dann könnte man immer losheulen, wenn man sowas sieht.
Daher gibt es auch Momente, in denen ich die Globalisierung (der Nachrichten) und das Internet so schlimm finde. Plötzlich erfährt man von Krankheiten und Behinderungen und Unfällen, von denen man lieber nie gewusst hätte, dass es sie geben kann. Gleichzeitig geht dann ein Wecheselbad der Gefühle los zwischen unendlicher Traurigkeit und Mitleid und auf der anderen Seite großer Dankbarkeit, dass man selbst nur mit vergleichsweise kleinen Problemen und Krankheiten belastet ist.