22.06.2009

Von meinen zehn Monaten Elternzeit sind nun neun Monate und eine Woche vorüber. Bislang schien mir der Gedanke an den Büroalltag sehr, sehr fern zu liegen. Allmählich muss ich mich auch damit wieder etwas anfreunden. Auch wenn es noch zu früh sein mag, um eine endgültige Bilanz zu ziehen, so lässt sich doch schon jetzt eine Menge sagen.

Die wichtigste Aussage zuerst: Ich finde ich habe es richtig gemacht und würde es wieder so tun, wenn ich die Entscheidung noch einmal treffen müsste.

Was hat sich für mich persönlich verändert?

Eigentlich gar nicht so viel. Ich habe die “Karriere” schon vor der Elternzeit als nicht so wichtig angesehen und tue das jetzt vielleicht noch ein bisschen weniger. Förderlich für das berufliche Fortkommen war die Elternzeit ganz sicher nicht. Auch ist mein Verhältnis zu den Kindern nicht wesentlich anders geworden. Ich hatte es vor der Elternzeit zumindest als möglich angesehen, dass die Bindung zwischen den Kindern und mir noch stärker wird. Das trifft für meine Person sicherlich zu. Bei Philip und Pascal ist aber nach wie vor die Mama die Nummer 1. Neun Monate Schwangerschaft und das Stillen schaffen einfach doch eine sehr intensive Bindung.

Während Patrick jetzt erst ein gutes Jahr alt ist und sich dessen Persönlichkeit erst langsam entwickelt, haben sich Philip und Pascal in den bald zehn Monaten, in denen ich sie besonders intensiv begleiten durfte, natürlich ebenfalls weiterentwickelt. Dabei haben sich ihre bereits vorhandenen Eigenschaften noch stärker ausgeprägt. Philip ist der eher impulsive Typ, der auch mal bockig wird, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht. Sein Umfeld schaltet dann häufig auf “Durchzug”, was ihn dann noch wütender macht. Eigentlich ist Philip aber ein offener, grundehrlicher Mensch, auf den man sich 100%ig verlassen kann. Pascal verhält sich angepasster und ist somit auf den ersten Blick das pflegeleichtere Kind. Manchmal sehr trickreich erreicht er dann aber doch, was er will, was nicht selten zum Nachteil seines Bruders geht. Das weckt in Philip dann Aggressionen, bei denen man aufpassen muss, dass man nicht mit dem Falschen schimpft.

Ich selber bin viel gelassener geworden. Während ich früher von den Kindern häufig einmal genervt war, bringt mich kaum noch etwas aus der Ruhe. Vielleicht noch stärker als früher weiß ich die Unterschiedlichkeit der Kinder zu schätzen und empfinde sie als Bereicherung. Ich hoffe, dass ich mir davon möglichst viel bewahren kann.

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