30.12.2009

Zum Jahreswechsel blicke ich immer auf das vergangene Jahr zurück anstatt mir irgendwelche Vorsätze für das kommende zu fassen. Für mich bestand dieses Jahr aus zwei Hälften. Bis Mitte Juli war ich in Elternzeit. Seitdem arbeite ich – wenn auch in Teilzeit – wieder. Obwohl die Elternzeit nur ein halbes Jahr zurück liegt, erscheint sie mir doch schon viel weiter weg. Wenn es mir schon so geht, obwohl ich wegen meiner Teilzeitbeschäftigung weiterhin viel Zeit für die Kinder habe, wie muss es dann erst Vätern (oder Müttern) gehen, die nach einer Elternzeit wieder voll ins Berufsleben einsteigen? Die Elternzeit war eine spannende Erfahrung. Sie war aber auch eine schlichte Notwendigkeit. Jedenfalls hätte einer von uns beiden eine Auszeit nehmen müssen, um Patrick zu versorgen. Mittlerweile teilen wir uns die Kinderbetreuung, was ganz gut klappt. Zum Glück stoße ich in meinem beruflichen Umfeld auf relativ viel Verständnis, was sicher nicht selbstverständlich ist.
Ob ich die Elternzeit noch einmal so machen würde? Mit “so” meine ich die zehn Monate, die ich hatte, anstatt der üblichen zwei Vätermonate. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich bin mit der derzeitigen Situation jedenfalls auch sehr zufrieden. Zwei oder drei Tage in der Woche zuhause raus zu kommen und in die Stadt zum Arbeiten zu fahren, hat auch etwas. Für mich fast ideal, weil ich nach meinem Empfinden keine von beiden “Welten” allzu sehr vernachlässigen muss. Ich wäre an den Punkt, Teilzeit zu arbeiten, aber wahrscheinlich nicht gekommen, wenn ich nicht die Elternzeit gehabt hätte. Alleine schon für diese Weichenstellung war sie wertvoll – von den Kindern natürlich ganz abgesehen.
Im zweiten Halbjahr hat dann die Einschulung von Philip die zweite deutliche Veränderung für die Familie gebracht. Vor allem für ihn war das am Anfang eine erhebliche Umstellung. Er ist der älteste unter den Brüdern, obwohl gerade er vielleicht jemand wäre, der gut einen älteren Bruder gebrauchen könnte. So musste Philip aber die Schulwelt für sich alleine entdecken. Pascal wird es im neuen Jahr einfacher haben, wenn er in die gleiche Schule kommt. Nicht nur, weil er einen älteren Bruder in der Schule hat, sondern auch, weil seine Eltern dann erfahrener sein werden. Nicht nur Philip lernt in der Schule. Auch ich lerne mit, worauf man achten sollte. Sicherlich habe ich bei Philip in den vergangenen Monaten ein paar (zum Glück nur kleine) Fehler gemacht, die ich bei Pascal von vornherein vermeiden kann. Davon wird Pascal auf jeden Fall profitieren.
Insgesamt sehe ich dieses Mal sorgenfreier als noch vor einem Jahr in das kommende Jahr. Die Unsicherheiten (was nach der Elternzeit kommt) und die Einschulung von Philip sind dieses Mal jedenfalls nicht da. Vor einem Jahr hatte ich Bedenken, dass durch meinen Wiedereinstieg ins Berufsleben die Bindung zu den Jungs wieder weniger eng werden könnte. Das ist zum Glück nicht geschehen. Die Teilzeitbeschäftigung lässt mir genug Freiraum.
Bei Euch möchte ich mich für das Lesen dieses Blogs in diesem Jahr bedanken. Ich hoffe Ihr seid alle gesund und bleibt es auch. Einen guten Rutsch!

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