Nachdem ich in letzter Zeit hier ein bisschen wenig geschrieben habe, will ich mir vor Weihnachten doch noch mal die Zeit dafür nehmen. Alleine schon, um Euch frohe Weihnachten zu wünschen.
Was hat sich in letzter Zeit getan?
Patrick hat mit 18 Monaten nun auch mit dem Laufen angefangen, wobei er sich nach wie vor nicht so richtig traut. Wenn er ein bisschen mutiger wäre, könnte er schon weiter sein. Aber egal, auch er wird es lernen.
Unser Schulkind Philip kann jetzt auch ein wenig lesen, wobei es noch recht holprig klappt. Da er entsprechend langsam liest, weiß er am Ende des Satzes oft nicht mehr, was am Anfang stand. Mit der Zeit wird er da aber sicherer werden. Viel schwieriger ist es für ihn, die gelesenen Wörter hinterher dann zu schreiben. Wenn er keine Vorlage hat, schreibt er die meisten Wörter falsch. Daran braucht man aber wohl nichts zu finden, weil das seinem Lernstand offenbar noch nicht entspricht. In seinen Arbeitsheften kommt “freies” Schreiben jedenfalls noch kaum vor. Häufig muss er Bilder mit den entsprechenden Wörtern verbinden. Schwierig wird dies immer dann, wenn er die entsprechenden Begriffe nicht kennt. Neulich wusste er beispielsweise nicht, was Kamillentee ist. Er hat einfach noch nie welchen getrunken. Dann tut man sich natürlich schwer, wenn man das Wort mit der Teetasse auf dem Bild verbinden soll.
Gestern ist einer von Philips Mitschülern wieder bei Pascal im Kindergarten aufgetaucht. Ich kenne zwar den genauen Hintergrund nicht. Es scheint aber so zu sein, dass dieser Junge zu früh eingeschult wurde und mit den Anforderungen noch nicht zurecht kam. Eine Situation, die vor allem für das betroffene Kind schwierig ist. Offensichtlicher kann man kaum gezeigt bekommen, dass man nicht “gut” genug war. Mit dem entsprechenden Stempel wird dieses Kind dann nächstes Jahr erneut eingeschult und dürfte ab der ersten Schulstunde von seiner Lehrerin als Problemfall betracht werden. Im Hinblick darauf bin ich froh, dass wir Philip nicht schon letztes Jahr in die Schule geschickt haben, obwohl er kurz vor dem Stichtag Geburtstag hatte. Heute hat er vor Weihnachten seinen letzten Schultag und sich die Ferien redlich verdient. Pascal hat es als Kindergartenkind da noch besser und war letzte Woche einfach auf Urlaub bei den Großeltern, was von den Kindergartentanten auch nicht gern gesehen wird. Ist mir aber egal.
Morgen haben Philip und Pascal eine Probe in der Kinderkirche. Sie spielen am Donnerstag im Krippenspiel mit. Philip singt im Engelschor (das passt wie die Faust aufs Auge) und Pascal spielt einen schweigenden Hirten. Er wollte für das erste Mal unbedingt eine Rolle, bei der er nichts sagen muss. Leider muss ich morgen arbeiten und kann bei den Proben nicht dabei sein.
Philip geht nun seit zweieinhalb Monaten in die Schule. Momentan ist sein Unterricht sehr “deutschlastig”, das heißt, dass sehr viel Zeit darauf verwendet wird, Schreiben und Lesen zu lernen. Meine Grundschulzeit liegt nun um die 30 Jahre zurück und der Unterricht hat sich stark verändert. Frontalunterricht gibt es kaum noch. Stattdessen haben die Kinder Arbeitshefte, in denen sie in der Schule sehr viel Zeit mit sogenanntem “Freien Arbeiten” verbringen. Der Lerneffekt ist dadurch sicher größer. Gleichzeitig ist diese Form des Unterrichts aber auch anstrengender, weil man nicht einfach mal abschalten kann. Das größte Problem sehe ich darin, dass die Kinder Arbeitshefte haben, die sie mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bearbeiten. Während das eine Kind bereits auf Seite 40 schwierigere Aufgaben löst, ist das andere Kind erst bei Seite 25 angekommen. So rennt die Lehrerin von Kind zu Kind, um diesem jeweils die Aufgaben erst einmal zu erklären. In Elternforen im Internet wird zudem an dieser Form des Unterrichts kritisiert, dass dadurch bereits von Anfang an ein entsprechender Druck auf die Kinder aufgebaut wird. Jedes Kind weiß wo das andere im Arbeitsheft bereits angekommen ist und kann sich vergleichen. Wobei schnell und schlecht natürlich nicht unbedingt besser sein muss als langsamer und gut. Heutzutage scheint mir aber eher schnelles Arbeiten gefragt zu sein.
Ich sehe das alles durchaus kritisch. Da das Kind stärker auf sich alleine gestellt ist (womit nicht jedes Kind zurecht kommt), wächst auch die Verantwortlichkeit der Eltern. Das Kind einfach “nur” in die Schule zu schicken, funktioniert bei den meisten Kindern vermutlich nicht. Das bedeutet im Ergebnis eine Verlagerung von schulischen Aufgaben auf die Eltern, weil viele Kids alleine überfordert wären. Ich bin fest davon überzeugt, dass Philip problemlos eine Woche krank sein und von mir oder meiner Frau zuhause betreut werden könnte, ohne dass dies negative Auswirkungen auf seinen Lernstand hätte. Das hat Vor- und Nachteile. Die Vorteile hat man sicher dann, wenn man sich die Betreuung des Kindes materiell leisten kann (in der Zeit, in der ich mich um mein Kind kümmere, kann ich kein Geld verdienen). Leider sind nicht alle so privilegiert. Bei vielen Jobs kommt am Ende einfach nicht mehr genug heraus, um in einer Familie nur von einem Gehalt leben zu können. Muss der andere Elternteil auch noch (teilzeit)arbeiten und hat einen langen Fahrweg, geht das zwangsläufig von der Betreuungszeit ab. Hat man dann nicht nur ein Kind, schränkt das die Möglichkeiten noch weiter ein, sein Kind schulisch zu unterstützen.
Ist das Kind “superschlau”, ist es egal wie viel Zeit die Eltern für das Lernen haben, weil es auch so zurecht kommt. Ist es wie die ganz überwiegende Mehrzahl (zu der auch ich gehöre) nur “normal begabt”, sind seine Chancen sehr stark davon abhängig, ob sich die Eltern die Unterstützung ihrer Kinder zeitlich (das heißt indirekt eben materiell) leisten können. Dadurch sind die Chancen von Kindern wirtschaftlich besser gestellter Eltern von vornherein günstiger. Selbst wenn der Lehrer ansonsten völlig objektiv wäre.
Liest man mal ein bisschen in Lehrerforen, gewinnt man einen Eindruck darüber, was diese Herrschaften von den Unterrichtsmaterialien halten, mit denen sich Philip täglich rumschlagen darf. Etliche Lehrer messen dem Lesenlernen durch Schreiben eine besonders hohe Bedeutung bei (da ist nach meiner Laienmeinung auch durchaus etwas dran). Gerade das Material, das Philip verwendet, setzt nach Meinung vieler Lehrer zu wenig Schreibanreize.
Den perfekten Schreibanreiz setzt für Philip der Computer. Er findet es toll, wenn er die eingetippten Wörter auf dem Display sieht. Während Pascal gestern um 20.30 Uhr schon lange im Bett war, hätte Philip noch eine Weile weiter gemacht, wenn ich nicht den Stecker gezogen hätte.
Bei fast 20 Grad zieht es die Kinder nach draußen. Am liebsten steigen Philip und Pascal mit ihren Gummistiefeln durch einen kleinen Fluss bei uns in der Nähe. Vorhin waren wir kurz vor Sonnenuntergang eine Stunde dort.
Mein neuer Ipod nano ist ein nettes Spielzeug. Mit ihm habe ich dieses Video aufgenommen.
Diese Woche wurde die Tochter eines Kollegen krank. Fieber, Husten, Schnupfen – das Übliche eben. Sie ging zum Arzt und ohne weitere Untersuchung wurde die „Neue Grippe“ diagnostiziert.
Gestern bekam Pascal im Kindergarten ein Merkblatt mit, aus dem ich hier mal zitiere: „Wenn sich die Erkrankung auf keine offensichtlich andere Ursache zurückführen lässt und Ihre Ärztin/Ihr Arzt keine anderslautende Empfehlung gibt, ist gegenwärtig davon auszugehen, dass es sich um eine Ansteckung mit der Neuen Influenza handelt.“ Da wundert es kaum, dass die Zahl der angeblich Erkrankten drastisch ansteigt, wenn man einfach so zum Schweinegrippe-Patient erklärt wird.
Noch verrückter finde ich, dass sich zahlreiche Menschen aus meiner Umgebung gegen die Schweinegrippe haben impfen lassen, nicht aber gegen die „normale“ Grippe, die ganz offensichtlich schwerer verläuft. Ich habe mich noch nie gegen Grippe impfen lassen und sehe eigentlich keinerlei Anlass, mich dieses Mal anders zu verhalten.
…und bald will auch wieder mehr bloggen. Seit Philip in der Schule ist, ist alles aber stressiger geworden, weshalb mir gerade ein bisschen die Zeit fehlt. Bitte habt noch ein wenig Geduld. Ich gelobe Besserung!
In dieser Woche hat Patrick gleich vier Backenzähne bekommen. Philip und Pascal ließen uns an den damit verbundenen Schmerzen immer recht lautstark teilhaben. Patrick scheint da irgendwie härter im Nehmen zu sein. Er verbringt trotzdem viel Zeit mit einem Lächeln. Besonders gut hat er es schon drauf, wenn man ihm einen Fotoapparat vor das Gesicht hält. Von seinen Brüdern hat er sich abgeschaut, dass man dann lächelt (dazu wurden sie allerdings vom Opa dressiert).
Nach mehrmaligen Versuchen habe ich gestern schließlich die Volkshochschule ans Telefon bekommen. Leider haben es die Jungs und Mädels bei der VHS Tübingen wohl nicht so ganz drauf, ihre Website up to date zu halten. Der Schwimmkurs, für den noch freie Plätze angezeigt wurden, war in Wirklichkeit längst belegt. Im gleichen Ort gibt es – immer eine Stunde später – den gleichen Kurs übrigens noch einmal. Dieser wurde im Internet überhaupt nicht angeboten. Allerdings war der Kurs auch schon belegt.
Bei der Volkshochschule Reutlingen habe ich dann schließlich doch noch einen Kurs gefunden, bei dem ich beide Jungs unterbringen konnte. Nächsten Mittwoch geht es los. Eigentlich hat der Kurs schon vorgestern begonnen, ich habe Philip und Pascal aber erst gestern angemeldet. So schlimm wird das hoffentlich nicht sein, wenn sie die erste Veranstaltung versäumt haben.
Ab heute hat Philip in der Schule das Fach “Schwimmen”. Bislang hatte er es nie so wichtig damit. Deshalb sind seine Schwimmfähigkeiten auch: Bescheiden. Am gestrigen Abend war er in Tränen aufgelöst vor Sorge, dass er heute etwas machen muss, was er nicht kann. Wir hatten das Thema bereits beim Elternabend angesprochen. Von den Lehrerinnen wurde versichert, dass in der 1. Klasse noch nicht geschwommen wird, sondern zuerst einmal Ballspiele im seichten Wasser gemacht werden, um alle Kinder an das Wasser zu gewöhnen. Trotzdem ist Philip nun hochmotiviert, schnell Schwimmen zu lernen. Leider sind die Kurse bei uns im Ort schon alle ausgebucht. Etwa zehn Kilometer entfernt beginnt nächsten Mittwoch ein Kurs, der 15x jeweils eine Stunde dauert und von der Volkshochschule angeboten wird. Pascal will auch gleich mit. Das ist auch sinnvoll, weil Pascal nächstes Jahr in die Schule kommt und sich dann die Fahrdienste zum Schwimmkurs auch mehr lohnen würden. Jetzt müsste nur noch bei der Volkshochschule das Telefon abgenommen werden.
Philip lernt in jeder Woche nun einen Buchstaben. Erster Buchstabe ist das “L”. In der Schule wird dieser Buchstabe aber in der Lautsprache ausgesprochen. Die Hausaufgabe, die er heute bekam, war für ihn alles andere als banal. Auf einem Papier waren diverse Bildchen, die einen Gegenstand oder ein Tier darstellen. Philip muss nun sagen, ob in dem Wort der Laut “L” vorkommt. Das mag für uns einfach sein, weil wir beim Anblick des Bildes unwillkürlich in Gedanken das geschriebene Wort vor uns sehen. Anfangs war das eher Raterei. Nachdem ich jeweils das betreffende Wort mit ihm mehrfach langsam ausgesprochen hatte, wurde seine Trefferquote mit der Zeit besser. Dass er die Aufgabe aber gut beherrscht, kann man noch nicht sagen.
Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schon wesentlich früher schreiben, aber die letzten Tage waren einfach zu stressig. Am vergangenen Donnerstag fand die Einschulung von Philip statt. Um 9 Uhr trafen sich die Kinder und deren Angehörige (es waren viele!) zu einem Gottesdienst in der Kirche. Gegen 10 Uhr begann dann in der Turnhalle der Schule eine kleine Feier. Die Viertklässler hatten extra eine Vorstellung einstudiert. Danach gab es eine Ansprache der Rektorin. Kurz nach 11 Uhr begann die erste Schulstunde, die eigentlich nur aus dem Einnehmen der Plätze und einer kleinen Vorstellungsrunde bestand. Kurz nach 12 Uhr war die erste Stunde dann auch schon vorbei. Auf der Treppe des Schulhauses stellte sich danach die ganze Klasse mit ihrer Lehrerin auf, so dass die Eltern fleißig fotografieren und filmen konnten. Gerne würde ich hier ein Klassenfoto veröffentlichen, aber dann müsste ich wohl die Gesichter fast aller Personen unkenntlich machen, was auch irgendwie blöd wäre. Philip war trotz der vielen Eindrücke nach seinem ersten Schultag bestens gelaunt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Familien haben wir auf größere Feierlichkeiten verzichtet. Es scheint sich immer weiter einzubürgern, dass die Einschulung wie eine Konfirmation gefeiert wird. Das kann natürlich jeder machen wie er will. Wir sahen die Notwendigkeit einer Riesenfete eigentlich nicht. Auch Philip wollte kein Fest. Bei vielen der Kinder waren die Großeltern und sonstige Verwandtschaft angereist. Wir hielten die Festlichkeiten hingegen im Rahmen unserer fünfköpfigen Familie.
Bereits am Freitag hatte Philip dann seinen ersten “richtigen” Schultag. Morgens um 7.40 Uhr musste er schon antreten. Der Unterricht bestand vorwiegend aus Schreibvorübungen. Die Kinder mussten mit dem Stift Linien und Kreise nachzeichnen. Was mir banal erscheint, ist für Philip gar nicht so einfach. (Die meisten) Jungs haben es mit dem Malen ohnehin nicht so sehr und so macht Philip bei seinen Übungen manchmal einen etwas unbeholfenen Eindruck. Aber auch er wird schreiben lernen. Nach immerhin fünf (Schul)Stunden hatte Philip um 11.55 Uhr dann Feierabend und durfte mit mir nach Hause gehen. Gleich am ersten Tag gab es Hausaufgaben, die auch wiederum aus Schreibübungen bestanden.
Der heutige Schultag begann “erst” um 8.30 Uhr mit einer Stunde Sport, der drei weitere Stunden “AU” (=Anfangsunterricht) folgten. Hinter “AU” verbirgt sich unter anderem Deutsch, Mathematik und Englisch, um die wichtigsten Fächer zu nennen. Wenigstens hat Philip am ersten Tag nach dem Wochenende erst um 8.30 Uhr Schule. An allen anderen Tagen muss er bereits um 7.40 Uhr antreten. Bald wird es am Morgen dunkel sein, wenn er sich auf den Schulweg macht.
Ich denke, dass es Philip in der Schule einigermaßen gefällt (Philip bespricht persönliche Dinge generell nicht so gern). Mindestens die Hälfte der Kinder in seiner Klasse kennt er bereits aus dem Kindergarten, was die Eingewöhnung bestimmt leichter macht. Gleichwohl ist alles für ihn aber eine gewaltige Umstellung. So wie für mich auch. Ich habe in meinem Bewusstsein die Rolle des Vaters eines Schulkindes jedenfalls noch nicht gefunden.
Bislang hatte ich Philip immer so eingeschätzt, dass ihn das Thema seiner Einschulung nicht allzu sehr belasten würde. Ja, ich meinte sogar, dass mir seine Einschulung mehr zu schaffen machte als ihm. Gestern hatten wir ein längeres Gespräch von “Mann zu Mann”. Philip redete für seine Verhältnisse ungewöhnlich offen über seine Ängste, die er mit der Schule verbindet. Er macht sich Sorgen, dass von ihm Dinge verlangt werden könnten, die er nicht kann. Er bezog das auf das Lesen und Schreiben. Dies wird er in der Schule erst lernen und ich habe natürlich versucht, ihn diesbezüglich zu beruhigen. Trotzdem wird er den Leistungsdruck, den er bislang nur erahnen kann, sehr bald zu spüren bekommen. Ich erinnere mich nur zu gut an einen Elternabend zur Einschulung vor einem halben Jahr. Da prahlte eine Mutter, dass ihre fünfjährige Tochter schon regelmäßig in der Zeitung lesen würde. Sympathiepunkte bekam sie dafür von der Mehrzahl der Anwesenden zwar nicht. Trotzdem kommen die Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten in die Schule, vergleichen sich und fühlen sich dann einem Leistungsdruck ausgesetzt, der von weiten Teilen unserer Gesellschaft ja auch gewünscht ist. Ich starte also durchaus mit einem etwas flauen Gefühl im Magen in die Woche, in der Philip eingeschult wird. Anmerken lassen sollte ich mir das aber besser nicht.